Montag, 4. April 2011

Party und Regen


Als erstes bekommt ihr ein paar Eindrücke aus meinem neuen Zimmer zu sehen: Platzmäßig habe ich einiges dazugewonnen und auch Fensterfläche und Bett haben sich deutlich vergrößert.



Wie im letzten Blog bereits angekündigt, gibt es für den geneigten Praktikanten die ein oder andere Party in Beijing. Beliebt sind neben den Abenden am Wochenende insbesondere Donnerstage, da man dann ja nur noch einen Arbeitstag vor sich hat, den man auch mit ein bisserl weniger Schlaf durchstehen kann ;-)
Highlights meiner Partyvita war die Afterworkparty in der Xiu-Bar, das Konzert von Paul Kalkbrenner und die von uns selbst veranstaltete Internsparty.

Die Xiu-Bar befindet sich, wie so ziemlich jede etwas noblere Bar, in einem Hotel in diesem Fall das Hyatt. Deshalb ist wohl auch eine Ansammlung an Bars in den Hochhäusern des CBD (Central Business District) deutlich erkennbar. Neben der sehr coolen Ausstattung der Räumlichkeiten fand ich besonders die Anwesenheit einer Coverband sehr cool, die wirklich alles gespielt hat, was man aus den Charts kennt und auch vor House-Nummern nicht zurückgeschreckt hat. Neben der Party hält die Xiu-Bar auch noch ein kleines Schmankerl für das Bedürfnis zwischendurch parat: Eine Toilette im höchsten Stockwerk des Hotels mit super Blick über die Stadt ;-)


Bereits kurz nachdem ich in Peking angekommen bin, hat man mir erzählt, dass der Berliner Techno-DJ Paul Kalkbrenner auch hier ein Konzert gibt und die Karten viiel weniger als in Deutschland kosten. Da ich 2-3 Lieder kannte, habe ich direkt eine Karte mitbestellt. Am Abend selber zeigte sich, dass wohl ziemlich viele der momentan in Peking befindlichen Deutschen die gleiche Idee hatten: Von den ca 1.800 Gästen sprachen gut die Hälfte die gleiche Muttersprache wie ich...Unglaublich! (Übrigens befinden sich augenblicklich ca 7.000 Deutsche permanent in  Beijing.) Das Konzert selber war sehr gut und hat allen Erwartungen entsprochen: Toller Sound, tolle Lichtshow super Stimmung. Da konnte selbst ich als jemand, der normalerweise nicht sonderlich exzessiv diesen Musikstil frönt, meinen Spaß haben.
Einen faden Beigeschmack hat lediglich die abschließende „Mission“ Jacke aus den Fängen der Garderobe wiedererlangen hinterlassen: Anscheinend war der Organisator heillos damit überfordert eine entsprechend große Zahl an Kleidungsstücken entgegenzunehmen, geordnet abzulegen und dann einigermaßen schnell wieder hervorzuzaubern. Großes Problem: Die Jacken wurden in einer Art chaotischem Lagersystem abgelegt ohne dass sich irgend jemand darüber Gedanken gemacht hat, wie man die entsprechende Nummer jemals wiederfinden soll. Auch das Krisenmanagement um 3 Uhr morgens war nicht das Beste, so dass zunächst 5 Angestellte 300 aufgebrachten Gästen gegenüberstanden, die eigentlich nur nach Hause wollten. Ich persönlich bin mit einem blauen Auge davongekommen und hatte nach 1,5h Warten, quengeln, schreien und schieben endlich meine Jacke wieder!


Die Internsparty wurde von allen Neuankömmlingen im Hause VGC organisiert und fand auf einem Boot statt (Beijing ShowBoat), welches sich allerdings in einem z. Z. ausgetrockneten Fluss befand. Dies tat der Stimmung keinen Abbruch, so dass 130 Praktikanten aus beinahe allen vor Ort vertretenden deutschen Firmen gut feiern konnten, begünstigt durch eine fast durchgängige Happy Hour und klasse DJs.




So, genug der Partyberichte. Leider habe ich die Aufnahmen von der Wanderung zum Lingshan Mountain Ressort immer noch nicht, weshalb ich kurz auf  die klimatische Lage Pekings eingehen möchte die allen Bewohnern und der Regierung Probleme bereitet.
Um es kurz zu machen: Es ist die Trockenheit. Bis Freitag letzte Woche hatte es 5 Monate quasi nicht geregnet (wenn man von ein wenig Schneegriesel Ende Februar absieht). Was sich beim Wäsche waschen noch positiv bemerkbar macht (abends kletschnass aufhängen, dennoch trocken am nächsten Morgen), hat auf alle anderen Lebensbereiche negative Auswirkungen. Die fängt beim überall befindlichen Staub an (bislang habe ich es trotz Taxi noch nicht geschafft mit wirklich sauberen und glänzenden Schuhen auf der Arbeit zu erscheinen), hat jede Menge elektrostatische Aufladungen zur Folge (wo man sich überall eine wischen kann...), sorgt für ständig trockene und rissige Haut (ohne Labello und Handcreme wird man ganz schnell wahnsinnig) und endet bei der Notwendigkeit Wasser über unglaubliche Distanzen herbeizuschaffen. Man kann sich vorstellen, dass man nach solch langer Abstinenz über jeden Tropfen Regen jubelt, der ganz allein vom Himmel fällt (wobei auch hier der chinesische Staat seine Finger im Spiel hat: Es wird regelmäßig Silbernitrit in Wolken geschossen, damit sich diese abregnen). Am 1.April war es dann so weit: 12h herrlicher Regen J Hätte nicht geglaubt, dass ich mich über diesen Satz mal freuen werde, aber insbesondere die darauf folgende ungewöhnlich hohe Luftqualität habe ich genossen!

Ach ja, für alle die es noch nicht mitbekommen haben: Hier ist heute und morgen das Qingming Fetival ein Feiertag vergleichbar mit Allerheiligen, weshalb ich in den Genuss eines verlängerten Wochenendes komme.
Da ich dies wieder ausgiebig für Sightseeing genutzt habe, ist die Versorgungs-Pipeline des Blogs gesichert.

Genießt den Frühling!

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